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Mädchen

So viele Kinder, davon so viele Mädchen erleiden Gewalt, sexualisierte Gewalt. Männer, meist bekannte Männer wie z. B. (Stief)vater, Bruder, Lehrer, Freunde, manchmal auch Frauen, missbrauchen Mädchen.

Was ist sexuell missbrauchen oder sexualisierte Gewalt?

Das kann man sich fast gar nicht vorstellen und deshalb glauben so wenig Erwachsene, wenn ihnen ein Mädchen oder ein Junge davon erzählt.

Gerade weil es so vielen passiert, mehreren Hundertausenden im Jahr, ist es klar, dass es nie die Schuld der Mädchen ist, sondern immer die des Täters. Der nutzt das Vertrauen eines Mädchens für die eigenen Machtbedürfnisse aus, oft mit Drohungen und Erpressungen.

Welche Gefühle kann das bei den Mädchen erzeugen?

Es ist wahnsinnig schwer davon zu erzählen und trotzdem trauen sich ganz viele, immer und immer wieder. Letztendlich hört die Gewalt immer damit auf, dass das Mädchen nicht aufgibt sich Hilfe zu holen und sich vieles einfallen lässt als Widerstand. Z.B. innerlich abzuhauen, sich nicht mehr zu waschen, sich dick oder dünn zu essen,  aggressiv zu sein oder sich eine ganz warme Traumwelt aus zu denken. Auch wenn das oft sehr traurig macht und ziemlich anstrengend ist, sind es kraft- und phantasievolle Ideen um so schlimme Erfahrungen zu überleben. Solange bis endlich jemand hilft, indem sie oder er dem Mädchen glaubt und tatsächlich handelt.

Was kannst du vielleicht noch tun?

  • Dich ganz ganz ernst nehmen mit allem was du fühlst.
  • Deinem Gefühl vertrauen. Wenn du Berührungen nicht magst oder sie sich komisch anfühlen, dann ist das so.
  • Denke darüber nach, was du willst, nicht was der oder die andere will.
  • Beschütze deinen Körper. Das ist wichtig und das darfst du.
  • Um auf dich auf zu passen, darfst du weglaufen, schreien, hauen, Hilfe holen. Alles was dir hilft, damit dir niemand weh tut und deine Grenzen übersieht.
  • Zeige deinen Ärger und deinen Zorn. Es ist dein Gefühl und das stimmt.
  • Hole dir Hilfe. Wer immer dir helfen könnte, sprich sie oder ihn an.
  • Behalte das Erlebte nicht in dir. Erzähle es FreundInnen, schreibe es auf, male es, erzähle es deinem Stofftier, rufe dir bekannte Sorgennummern an oder Beratungsstellen in deiner Gegend.
  • Bleibe nicht allein mit dem Erlebten. Schon weil es so viele andere auch erleben und das Alleinsein damit noch mehr weh tut.

Wenn du niemanden unter deinen Freundinnen und Freunden oder Bekannten finden kannst, die dir helfen, dann kannst du dir Unterstützung in einer Beratungsstelle wie Wildwasser holen. Dafür sind wir da.

Und wir freuen uns, wenn du zu uns kommst.